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Apr
11

2011-04-10 April im Altiplano

Das Altiplano macht, daß man sich so fühlt wie’s da steht, alt und plan im Kopf. Durchschnittlich auf 3500 m Höhe ist es vorallem ganz schön frisch. Der Mahaindrajeep hatte seine liebe Not die Schotterpisten raufzukommen und schnaufte wie ein dicklicher Rhadscha. Die Landschaft – tja. Wenn ich noch mehr unwirkliche Schönheit beschwöre mache ich mich lächerlich, es ist aber so schön! Weites Land und hohe, schneebedeckte Berge. Davor steppenartig bewachsene Hänge, keine Bäume, blasige Lavafelsen und Flußoasen. Schließlich auf 3500 m Bergseen, kalt und blau. Im Winter frieren sie zu und auch jetzt war es nicht wirklich warm. Gespeist werden die Seen von den Niederschlägen aus den Anden und geothermischem Wasser. Vermutlich sind die Seen 1500 m tief. Die Yaks haben Geschwister im Geiste, es gibt eine Llamaart (Pekuñas), die über 4000 m lebt sehr schön und ein wenig hochnäsig und total unzähmbar ist, leider haben wir die nicht gesehen, dafür allerhand Vögel.

Ganz am Anfang sind wir in den Salar de Atacama gefahren, das ist die Salzpfanne und hier steht man nicht nur auf einer 2000 m dicken Salzkruste, sondern kann auch den Flamingos beim Frühstücken zu sehen. Hier gibt es drei von fünf Arten, den Anden-, den chilenischen und den Jamesflamingo. Die jungen sind noch fast weiß, erst im Laufe der Jahre (es können 25 werden), färbt sich das Gefieder rosa. Das liegt an den Krebschen (YPS läßt grüßen), die in dem hochsalzigen Wasser leben können und die das Grundnahrungsmittel für die Flamingos und Watvögel sind.

Es ist überhaupt sehr erstaunlich was in dieser Salzwüste lebt. Das Wasser an der Oberfläche ist Salzlake und das am Grund auch, der Ursprung ist verschieden. Die Verdunstung konzentriert alles an und trotzdem leben die Krebschen (wenn’s ganz trocken wird gibt es Cysten als Rettungskapseln), eine ganze Reihe Vögel, Insekten und eine Maus hier. Manchmal verirrt sich ein Fuchs hierher, aber dem sind die Mäuse zu salzig.

Das Salz selbst ist nicht so wirklich genießbar, zu viel Bor und Sulphat. Lithium hilft zwar gegen Depressionen ist aber auch keine Dauerlösung – also alles sehr lebenslustig, was hier trotzdem kreucht und fleucht.

Auf dem Rückweg kamen wir noch durch Flußoasen und einen kleinen Wald – darin tummelten sich ein paar Llamas und Ziegen und hinter dem Wald standen wilde Esel. Wer das nächste Mal einen Burrito bestellt, sollte wissen, daß das ein „Eselchen“ ist 🙂 Ich habe mich dann mal ins Bett verzogen, bin immernoch platt und hoffe, daß ich meine Vulkantrek bekomme.

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