{"id":1634,"date":"2011-02-21T06:42:52","date_gmt":"2011-02-21T06:42:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nomadenfloh.de\/?p=1634"},"modified":"2011-02-21T06:42:52","modified_gmt":"2011-02-21T06:42:52","slug":"2011-02-20-harbin-oder-was-its-brurst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.nomadenfloh.de\/?p=1634","title":{"rendered":"2011-02-20 Harbin oder was its Brurst?"},"content":{"rendered":"<p>Eine verschlafene Provinzhauptstadt habe ich mir anders vorgestellt. Vorallem nicht mit neun Millionen Einwohnern. Aber Harbin ist genau das, vielleicht nicht verschlafen, aber eine Stadt im nordosten Chinas, nahe der Grenze zu Russland. Temperaturen zwischen -3 und -15\u00b0C waren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig warm und wir hatten Gl\u00fcck, da\u00df das Eisfestival noch offen war.<\/p>\n<p>In Harbin angekommen krabbeln wir aus dem Flieger und schnell in den Shuttlebus zur Stadt, es ist deutlich k\u00e4lter und die Kleidungsschichten reichen noch nicht. Das Hostel ist in der alten Synagoge untegebracht, liebevoll betreut und mit einem vern\u00fcnftigen Caf\u00e9 ausgestattet. Wir kommen in acht Personen Dorms unter, ziehen mehr an, sperren die den Rest ein und machen uns auf den Weg zur Stadt.<\/p>\n<p>Eine \u00dcberraschung ist die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Wirklich. sowas gibt es nicht oft. Au\u00dferdem wuselt und trubelt die Stadt, es f\u00e4llt ein bi\u00dfchen Schnee und wir freuen uns da zu sein. Die Architektur in der Stadt gibt Plattenbauten, ultramoderne Hochh\u00e4user und sozialistische Monumentalbauten her. Die Innenstadt hat noch einen fast europ\u00e4ischen Flair mit Kopfsteinpflaster und kleineren Gassen. Au\u00dferdem eine Kirche (russisch-orthodox) mit Kugelt\u00fcrmchen und vielen wei\u00dfen Tauben.<\/p>\n<p>Am Ende der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone ist ein Flu\u00df und der ist dank der herrschenden Temperatur zugefroren. Wer kontemplative Ruhe erwartet liegt falsch, es wird geschlittelt (kleine Metallschlitten zum Sitzen, auf denen man sich mit Steckern voranschiebt), Kreisel werden \u00fcber das Eis gepeitscht, man kann auf Snowmobilen, Buggies, Kutschen und Pferden Runden \u00fcbers Eis drehen oder Drachen steigen lassen. Oder einfach dr\u00fcberlaufen. Entkommt man den H\u00e4schern, die einen zu einer oben genannten Aktivit\u00e4t einfangen wollen, ist es tats\u00e4chlich ruhig. Ein einsamer Snowboarder l\u00e4\u00dft sich von seinem Drachen \u00fcber das Eis ziehen.\u00a0 Wir laufen zu Sunisland und freuen uns \u00fcber die Ruhe, das gute Wetter und die sch\u00f6ne Luft. Wenn es schneit, glitzert die Luft.<\/p>\n<p>K bekommt immerwieder Komplimente f\u00fcr ihr grandioses Chinesisch und ich beneide sie um den Schl\u00fcssel zu diesem vielschichtigen Land.<\/p>\n<p>Nach dem R\u00fcckweg sind unsere Nasen kalt und der Hunger macht sie bemerkbar, ein russisches Caf\u00e9 von 1900 bietet sich an und wir kehren ein. Es gibt Kohlrouladen und Kartoffelbrei, Borscht und BROT&#8230; So richtiges Roggenbrot. Lecker.<\/p>\n<p>Also, k\u00f6nnte man fragen, wof\u00fcr ist Harbin ber\u00fchmt? Antwort <a rel=\"attachment wp-att-1635\" href=\"http:\/\/www.nomadenfloh.de\/?attachment_id=1635\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1635\" title=\"BRURST!\" src=\"http:\/\/www.nomadenfloh.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/brurst42.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"http:\/\/www.nomadenfloh.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/brurst42.jpg 640w, http:\/\/www.nomadenfloh.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/brurst42-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>BRURST? Ja, Brot und Wurst.<\/p>\n<p>In der Innenstadt gibt es St\u00e4nde mit kandiertem Obst &#8211; am typischsten sind die Holz\u00e4pfel, aber auch Kiwis, Ananas, Edbeeren &#8211; was das Herz begehrt. Wir kaufen eine T\u00fcte Maronen und puhlen bis die Finger kalt sind.\u00a0 Zur\u00fcck in der Herrberge organisieren wir einen Bus zum Gel\u00e4nde des Eisfests und stellen fest, da\u00df uns keine Zeit f\u00fcr ein Nickerchen bleibt. Also mehr Schichten anziehen und los.<\/p>\n<p>Wir kommen bei Einbruch der Dunkelheit an und es leuchtet von weitem in psychedelischen Farben. Ich hatte Skulpturen und kleine B\u00f6gen erwartet &#8211; Geb\u00e4ude aus Eis sicher nicht.<\/p>\n<p>Vorallem keine im Burgenma\u00dfstab \ud83d\ude42 mit Rutschen!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es auch Skulpturen, Buddhas sollten ja 20 m hoch sein. Oder Disneymotive, aber eben auch riesige Strukturen, mit und ohne Rutschen, Eisdisko, Leuchtt\u00fcrme und whatnot. Die Batterien haben bei den Minusgrade leider ziemlich bald aufgegeben, also war die filmische Ausbeute mager. Wenn man wollte konnte man sich mit schneewei\u00dfen Yaks, Polarf\u00fcchsen (sooo niedlich und offensichtlich auf Droge, arme Biester) und Rentieren ablichten lassen &#8211; gegen Geld nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Glaubt mir einfach, da\u00df wir Spa\u00df hatten, wie die Kinder &#8211; vorallem als wir eine Rutsche neben einem Trupp chinesischer Jungs aus der Arme gerutscht sind &#8211; die in den wattierten, gr\u00fcnen M\u00e4nteln und mit Fellm\u00fctzen, wir in unserer zusammengestoppelten Zwiebellook. Hinsetzen, nen kalten Mors kriegen, losrutschen, quieken und sich kugelnd vor Lachen unten ankommen.<\/p>\n<p>Nach gut zwei Stunden waren wir dann kalt und steigen kichernd in den Bus. Zum Aufw\u00e4rmen gibt es Hot Pot in einem kleinen Laden die Stra\u00dfe runter. Leute, die Sesampaste mit Koriander ist der Hammer \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Aufgew\u00e4rmt und platt gehen wir in die Herberge und sind bald eingeratzt.<\/p>\n<p>Am Sonntag futtern wir uns durch die Stadt, im wahrsten Sinne des Wortes. Von gebratenen Nudelplatten und Fladen mit Wurst, zu Yoghurt, Ananaseis, Mushib\u00e4llchen, Nudelsuppe, Brot und kandierten Edbeeren, es wird nix ausgelassen, was uns an Streetfood \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Bis auf das stinke Tofu. Einen fieseren Geruch bei etwas Essbarem habe ich noch nicht erlebt. Das wird ausgelassen und sogar im weiten Bogen vermieden.<\/p>\n<p>Der Leninpark mit den kleinen Skulpturen ist uns zu teuer wir sind auch nicht \u00fcberzeugt ihn sehen zu wollen, von dem was wir beim durch den Zaun linsen sehen. Also lassen wir das irgendwann ist es dann einfach kalt und wir warten in der Synagoge auf den Bus zum Flughafen. Wir landen kurz nach neun in Beijing, finden es warm (knapp \u00fcber null \u00b0C) und da\u00df die Luft stinkt.<\/p>\n<p>Abends gibt es Brurst, bzw. ein vegetarisches \u00c4quivalent und dann fallen wir wieder um.<\/p>\n<p>Es war ein spitzen Trip nach Harbin und wir haben viel gelacht:<\/p>\n<p><strong>ngg_shortcode_0_placeholder<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine verschlafene Provinzhauptstadt habe ich mir anders vorgestellt. Vorallem nicht mit neun Millionen Einwohnern. Aber Harbin ist genau das, vielleicht nicht verschlafen, aber eine Stadt im nordosten Chinas, nahe der Grenze zu Russland. Temperaturen zwischen -3 und -15\u00b0C waren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig warm und wir hatten Gl\u00fcck, da\u00df das Eisfestival noch offen war. 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